Mittwoch, den 14. April 2010 um 18:48 Uhr

Kapitel 4: Die kleinen Dinge sind oft die Wichtigsten

Geschrieben von Tollan

Eine der bekanntesten Geschichten, unter all den Legenden der Gibberlings, ist wohl die von Swen, dem bescheidenen Fischermann. Seine Freunde gaben ihm den Spitznamen Swen, da sein liebstes Hobby darin bestand, in der Taverne zu sitzen und sich exzessiv zu betrinken. Aber Swen hatte auch eine starke und herrische Frau, die das absolut missbilligte.

Laut der Legende, verbat Swens Frau ihm an diesem schicksalhaften Tag angeln zu gehen, wissend, dass er wahrscheinlich wieder betrunken und mit leeren Händen nach Hause kommen würde. So verschloss sie alle seine Netze und Angeln sicher in einem Schrank in ihrem Haus. Aber Swen war, wie alle Gibberlings, ein Sturkopf und stahl sich heimlich aus dem Haus, um in die Taverne zu gehen und sich bei seinen Freunden über die Strenge seiner Frau zu beschweren. Nach vielen Getränken und Tischgesprächen fiel ihm wieder ein, wer auf ihn Zuhause warten würde. Um also eine Konfrontation mit seiner Frau zu vermeiden, entschloss er sich angeln zu gehen und triumphierend mit einem Festmahl zurückzukehren. Denn wie wir alle wissen, beschwert sich niemand über gute Sachen.

Swen ging also zum Flussufer und fertigte sich eine Angelleine. Anstatt einen normalen Angelhaken zu verwenden, fand er lediglich einen verrosteten, verbogenen Nagel. Um der ganzen Konstruktion Gewicht zu verleihen, nahm er einen Stein, den er am Ufer fand. Zufrieden mit sich selbst, sprang er in sein Boot, warf seine Leine aus und schlief ein. Als er nach einigen Stunden wieder aufwachte, schwor er sich nie wieder einen Tropfen Alkohol anzurühren. Sein Boot war über die Kante der Allod abgedriftet und schwebte nun in der Leere des astralen Raumes – aber er war noch immer am Leben! Seine Angelleine schimmerte in eigenartigen Farben, die von dem Stein ausgingen, den er am Flussufer fand. Und die geheimnisvollen Strahlen, die sein Boot umhüllten, schienen ihn vor dem astralen Raum zu schützen.

Swen kniff sich selbst, um zu schauen ob er wirklich wach war. Er träumte nicht, sondern schwebte alleine in der Unendlichkeit des Astrals.

Er ruderte so schnell er konnte zu seiner Allod zurück, während der magische Stein hin und her pendelte. Am nächsten Tag waren alle Bewohner am Fluss zugange, auf der Suche nach ähnlichen Steinen. Binnen einer Woche konnte man im ganzen Dorf ständig die Geräusche von Äxten und Sägen hören. Die Bewohner bauten eine Flotte neuer Boote, schafften diese an die Ufer des Astralraums, beluden diese mit Vorräten und innerhalb einer Woche war das Dorf komplett verlassen.

Durch Swens Trunkenheit und seinem kleinen “Ausflug“, wurde die Neue Ära der Astralreisen entdeckt. Es ist also wahr, manchmal stellt sich heraus, dass die unbedeutendsten Dinge die Wichtigsten sind!

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